Save Initiative

SAVE steht für:  

S = Sozialkontakte  

A = außerordentlich  

V = virenbekämpfend  

E = einschränken  

und  

S = selbstbestimmte  

A = außergewöhnliche  

V = Viruseindämmung  

E = Erfolg  

Jeden Tag ein Flugzeugabsturz mit 450 Toten – wollen wir das?  

Der Erfolg des zweiten Lockdown light ist nicht ausreichend. Man schaue sich die  Entwicklung der an bzw. mit COVID-19 Verstorbenen pro Kalenderwoche im Jahresverlauf  an. Die Zahlen steigen seit Anfang Oktober rasant von unter Hundert auf etwa 2.500 Anfang  Dezember (siehe Schaubild 1).  

Quelle: RKI, Todesfälle nach Sterbedatum (6.78.8989) - Tabelle mit dem Verlauf der COVID-7: Todesfälle
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Projekte_RKI/COVID-19_Todesfaelle.html

Die zentrale Frage ist, wie viele Verstorbene an COVID-19 kann und will sich die deutsche  Gesellschaft „leisten“? Zur Zeit stirbt jede 4 Minuten ein Mitmensch an COVID-19. Was  würden wir sagen, fühlen und unternehmen, wenn an jedem Tag ein Flugzeug mit 450  Menschen abstürzt? Wollen wir uns das leisten? Können wir damit leben? Ethisch betrachtet  ist es unterlassene Hilfeleistung, wenn wir jetzt nichts tun! Wirtschaftlich können wir es uns  

leisten, die Sozialkontakte weiter zu reduzieren. Der Preis dafür sind die Zinsen für  zusätzliche Staatsschulden. Und dieser Preis ist negativ: Macht Deutschland mehr  Staatsschulden, bekommt es von denjenigen, die das Geld geben, sogar noch etwas obendrauf als "Belohnung". Ob das wirtschaftlich „gesund“ ist, steht auf einem anderen Blatt.  

Das „Ziel“ des Virus ist es übrigens nicht, möglichst viele Menschen umzubringen. Mit jedem  Menschen, der daran oder damit verstirbt, geht auch das Virus verloren. Es kann nur in lebenden Menschen oder Tieren überleben und sich vermehren. Aus Sicht der Menschen ist COVID-19  jedoch eine, wenn auch in nur geringem Prozentsatz, tödlich verlaufende Erkrankung. Aber  nicht nur das, denn inzwischen wissen wir, dass auch „Überlebende“ in nicht seltenen Fällen  lang andauernde, manchmal auch dauerhafte Schäden davontragen können an  lebenswichtigen Organen oder dem Nervensystem. Das ist zusätzliche Motivation, gegen  eine schnelle Verbreitung der Pandemie aktiv zu werden. Zumal wir Licht am Horizont sehen,  uns im Laufe des nächsten Jahres mit Impfungen wirksam schützen zu können. Bis dahin ist  es jedoch noch ein weiter Weg. Und im Moment erleben wir auf diesem Weg Rückschläge!  

Der Anteil derjenigen, die an COVID-19 versterben, steigt  

So hart es klingt, aber das Niveau der Neuinfektionen bestimmt noch lange, wahrscheinlich  bis Ende 2021, wie viele Mitmenschen 2 bis 3 Wochen später an COVID versterben. Nach  RKI-Angaben im COVID-19-Steckbrief (Stand 27.11.2020) landen 11 % der mit PCR-Tests  nachgewiesenen Neuinfektionen mit schweren Verläufen in Krankenhäusern. Davon  versterben 22 %. Das macht zusammen 2,4 % Verstorbene an den positiv Getesteten.  

Der Anteil der Verstorbenen an den Neuinfektionen hat sich vom Sommer bis Ende  November verdoppelt bis verdreifacht. Ursachen dazu kann man vermuten in  a. der kalten Witterung, die Lungenerkrankungen verschlimmert  

  1. dem steigenden Anteil älterer Erkrankter  
  2. dem steigenden Anteil Vorerkrankter, auch wieder in Alten- und Pflegeheimen  d. dem Stress auf den Intensivstationen durch die stark gestiegene Belegung mit COVID 19-Patienten.  

Um sich entscheiden zu können, ob mehr getan werden muss, braucht man eine stimmige,  nachprüfbare Datengrundlage. Deshalb habe ich nachgerechnet, wie sich die  Sterblichkeitsquote pro Kalenderwoche seit Beginn der Pandemie entwickelt hat (Schaubild  2). 

Quellen: RKI, Archiv der Situationsberichte; RKI, Todesfälle nach Sterbedatum

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Gesamt.html

Setzt man die Zahl der insgesamt bislang Verstorbenen (Stand 6.12.2020) = 19.255 im  Verhältnis zu den bislang insgesamt positiv Getesteten = 1.171.322, sind im Durchschnitt  1,64 % verstorben. Also weniger als vom RKI mit 2,4 % angegeben. Wirklich interessant ist  jedoch nicht der Durchschnittswert, sondern der Verlauf. Nach anfänglich sehr hohen  Werten (Erkrankung und Behandlung waren noch unbekannt) sinkt die Sterblichkeit  kontinuierlich von 4 % auf unter 0,5 % im Sommer. Um dann ab Anfang Oktober wieder  anzusteigen auf fast 2 % Anfang November. Obwohl inzwischen zwei Medikamente zur  Behandlung zur Verfügung stehen und Ärzte und Pfleger Routine bekommen haben! Mit 0,5  % Versterbenden von 20.000 Neuinfizierten = 100 könnte unsere Gesellschaft wohl leben.  Mit viermal so vielen eher nicht.  

Deshalb müssen neben der Reduktion an Neuinfizierten auch die Einflussfaktoren für die  wieder gestiegene Sterblichkeit angegangen werden:  

  1. Die Witterung ist nicht zu beeinflussen.  
  2. und c. Ältere und vulnerable Gruppen müssen besser geschützt werden, z.B. durch  Schnelltests, und dadurch, dass Infektionsketten wieder effektiv durch Quarantaine  unterbrochen werden, was nur geht, wenn die Gesundheitsämter deutlich weniger  als täglich 20.000 Neuinfektionen nachverfolgen müssen.  
  3. Ältere, vulnerable Gruppen zu schützen und Stress auf Intensivstationen zu  reduzieren geht nur durch eine signifikante Senkung der Neuinfektionen.  

Ende des Winters haben wir zusätzliche 50.000 an COVID-19 Verstorbene  

Die Kurve der pro Woche Verstorbenen (Schaubild 1) zeigt seit Anfang Oktober jedenfalls  einen rasant steigenden Verlauf, eine Abflachung ist trotz stagnierender Zahl der  Neuinfektionen nicht erkennbar. Letztlich entscheidend ist, dass, wenn unsere Gesellschaft  die Anzahl der Mitmenschen, die täglich an COVID-19 versterben, nicht tolerieren möchte,  mehr bzw. anderes getan werden muss als bisher. Daran führt kein Weg vorbei. Also das  gegenteil von Lockerungen! Das Virus profitiert von der kalten Witterung des  Winterhalbjahres. Wenn, dann müssen wir jetzt etwas unternehmen. Niemand soll nachher  

sagen, er hätte es nicht gewusst, hätte es nicht kommen sehen und so nicht gewollt. Bei  einem Niveau von Neuinfektionen von täglich ca. 17.500 = wöchentlich ca. 122.000 und  einem Niveau der Sterblichkeit von 2 % sterben jeden Tag 350 und jede Woche 2.450  Menschen. Das sind für die Monate Dezember, Januar, Februar und März = 17 Wochen  41.650 Tote zusätzlich. Bei jetzigen 22.500 Neuinfektionen noch mehr: täglich 450  Verstorbene und am Ende des Winters zusätzlich 53.500 Verstorbene. Im Vergleich: bislang  sind insgesamt „nur“ 19.000 an COVID-19 Verstorben.  

20.000 bis 30.000 Leben retten  

Aus meiner Sicht muss es das Ziel sein, die täglichen Neuinfektionen mindestens zu halbieren  und damit das Leben von über 20 bis 30.000 Menschen über diesen Winter zu retten.  Deshalb SAVE: Menschen retten, bewahren, sichern. Und zwar freiwillig, nicht erzwungen.  Nicht durch Verbote, sondern aus freiwilliger Einsicht, selbstbestimmt.  

Wenn wir uns nicht so klug, intelligent und empathisch verhalten, wie es möglich wäre, dann  liegt das daran, dass wir unseren Focus nicht auf die entscheidenden Fakten legen, sondern  uns ablenken lassen. Von Diskussionen über Lockerungen zu Weihnachten und Sylvester,  Skifahren etc. Und der Hoffnung auf Besserung durch bald startende Impfungen. Wir sollten  uns darüber im Klaren sein, das diese frühestens im Herbst und Winter 2021/2022 einen  Effekt auf die Ausbreitung des Virus haben werden. Bis dahin findet das Virus noch  genügend Nichtgeimpfte, um von einem zum nächsten zu springen.  

Ich richte meinen Appell an alle, die in der Lage sind, dieser Argumentation zu folgen und  daraus für sich selbst Konsequenzen zu ziehen. S = Selbstbestimmt, A = außerordentlich, V =  viruseindämmend und E = erfolgreich. Verhaltet euch nach dieser Devise SAVE mit einer  anderen Qualität von Maßnahmen, die jeder umsetzen kann:  

Meine 7 SAVE-Regeln  

  1. FFP2 statt Alltagsmaske  

Alltagsmasken und OP-Masken ersetzen durch FFP2-Masken. Diese bieten einen vielfach  stärkeren Selbst- und Fremdschutz. Sie sind inzwischen ausreichend verfügbar und für  wenige Euro zu bekommen. Als Erstmaßnahme waren Alltags- und OP-Masken hilfreich und  FFP2-Masken sollten denjenigen vorbehalten bleiben, die engen Kontakt mit Infizierten  haben. Aufgrund der leichten Verfügbarkeit gilt dieses Argument aus der Anfangsphase der  Pandemie nicht mehr. Bei Kontakten mit Menschen aus anderen Haushalten sollten FFP2- Masken getragen werden: beim Einkaufen, in Bus und Bahn, in Räumen, beim Arbeiten, in  der Schule etc.  

  1. Nur 1 x pro Woche nach draußen 

Außer für den Beruf, die Schule etc. nur 1 mal pro Woche die Wohnung verlassen zum  Einkaufen, für den Arztbesuch, zum Frisör oder dem Besuch nur eines anderen Haushalts,  der einen besonders am Herzen liegt. Und diesen anderen Haushalt nicht wechseln.  

  1. Freiwillige Ausgangssperre  

Zwischen 21 und 6 Uhr die Wohnung nicht verlassen. Auf Alkohol und Verzehr im Freien  verzichten.  

  1. Draußen sicher bewegen  

Für die körperliche Fitness und Gesundheit sich nur mit Mitgliedern des eigenen Haushalts  draußen alleine bewegen mit möglichst wenig Kontakten/Begegnungen (örtlich, zeitlich).  Sind Kontakte/Begegnungen im Freien nicht vermeidbar, dann mindestens Alltagsmaske  tragen.  

  1. Sozialkontakt-Fasten  

Sollten mehr Kontakte, Restaurantbesuche, Kulturveranstaltungen, Sport, Reisen etc. wieder  erlaubt werden, darauf freiwillig verzichten.  

  1. SAHL-Regel  

Aus der AHA-L Regel wird die SAHL-Regel:  

S = Schutzmaske FFP2 tragen  

H = Hygiene  

A = Abstand halten  

L = Lüften.  

  1. SAVE-Idee weiter verbreiten  

Tragt bitte zur Verbreitung von SAVE bei durch Weitererzählen, natürlich möglichst ohne zusätzliche körperliche Kontakte, also am besten über digitale Kommunikationswege, über  soziale Medien.  

Nehmt einen Collimarker und schreibt diese vier Buchstaben auf eure FFP2-Maske: SAVE.  Wenn euch jemand danach fragt, was das bedeutet, dann könnt ihr es risikolos erzählen.  

Diese Ziele erreichen:  

SAVE sollten wir so lange beachten, bis diese Ziele erreicht sind:  

  1. Neuinfektionen Deutschland 6.000 pro Tag  
  2. 7-Tage-Inzidenzwert Deutschland 50  
  3. Verstorbene unter 100 pro Tag. 

Meine Motivation:  

Gleich zur Klarstellung: Ich bin kein Lieferant von FFP2-Masken und profitiere davon nicht.  

Ich glaube daran, dass freiheitlich, demokratisch organisierte Gesellschaften die Pandemie  genauso gut bekämpfen können wie autokratisch, diktatorisch organisierte. Voraussetzung  ist nur, die Menschen zu überzeugen, sich zu engagieren und tätig zu werden. Ge- und  Verbote sind in gewissem Umfang notwendig, um das „normale“ Leben zu organisieren.  Außergewöhnliche Situationen brauchen jedoch meiner Meinung nach eher Motivation und  Engagement.  

Ich habe mich in meiner Ausbildung und beruflichen Tätigkeit als Ernährungswissenschaftler  und Heilpraktiker mit Statistik, Zahlen und Trends beschäftigt, mit Fragen von Gesundheit  und Krankheit. Als Freiberufler und Unternehmer mit wirtschaftlichen und  zwischenmenschlichen Fragen. Und als Autor von Gesundheitsratgebern damit, wie man  vermeintlich komplizierte Sachverhalte verständlich darstellt, damit jeder daraus seine  Schlussfolgerungen ziehen kann.  

Anlass für meine Beschäftigung mit den COVID-Zahlen ist die rasant steigende Entwicklung  der Zahl an COVID-19 Verstorbener, die meiner Meinung nach zu wenig im Focus der  allgemeinen gesellschaftlichen Diskussionen zum Thema Corona steht. Ich hoffe, dass die  nüchterne Analyse durch den Kopf dazu führt, unser Herz zu berühren und aktiv zu werden.  Nicht in Form von Aktivitäten, sondern in Form von bewusstem Verzicht darauf. Ich stelle  mir das vor wie der bewusste Verzicht auf Essen beim Fasten. Sozialkontakt-Fasten könnte  man es nennen. Wobei wir in der glücklichen Lage sind, durch Telekommunikation nicht alle  Kontakte aufgeben zu müssen. Und wir haben den Vorteil, dass wir nun wissen, die Zeit, die  wir das machen, ist überschaubar. Im Frühjahr wird sich die Situation witterungsbedingt und  durch beginnende Impfungen entspannen, und wir können ernten, wofür wir uns jetzt  anstrengen.  

 

Die Daten Grundlage zur dieser Analyse können Sie hier herunterladen.